Zeiten ändern sich und das ist okay so.
Über Verantwortung, Abschied und Neuanfang mit Hund.
Kannst du dich noch an die erste Zeit mit deinem Hund erinnern? Ich kann mich noch ganz genau erinnern wie das damals bei Dobby war. Die Aufregung als ich ihn abgeholt habe mitten zwischen all den anderen Hunden. Er hat ganz schön gehechelt als er dann mit mir auf der Rücksitzbank saß. Wusste nicht was hier passiert und hat sich mit großen Augen umgeschaut. In unseren ersten Wochen, Monaten haben wir so viel aneinander kennenlernen dürfen und sind ganz langsam zu einem Team geworden. Weißt du noch, dieser Moment wo du das erstmal das „Wir“ gefühlt hast?

Bei Ace ist das alles etwas anders gelaufen und das war auf eine ganz andere Weise sehr spannend und vielleicht lernst du aus unserer Geschichte ja etwas für dich und deinen Hund dazu. Du musst wissen, ich kenne Ace seit er acht Wochen alt ist. Um ganz ehrlich zu sein, ich konnte ihn in seinen jungen Jahren nicht wirklich leiden und mittlerweile ist mir das super unangenehm zuzugeben, da ich heute auf so einen Wirbelwind ganz anders reagiere. Meine Abneigung gegenüber ihn war nur die Spiegelung meiner eigenen Unsicherheit. Er war natürlich nicht einfach, keine Frage. Viel zu überdreht und er hat mich zurecht an einen entlaufenen Psychopathen erinnert. Wenn er drüber war, und er war super schnell drüber, dann hat er alles und jeden angebellt. Es war Dauerbeschallung bis er heißer geworden ist oder man einen Weg gefunden hat ihn da rauszuholen. Ein typischer Aussie vom Vermehrer halt. Hübsch, aber charakterlich nur mit viel Management durch den Alltag zu führen. Kurz gesagt: Ich kannte Ace schon ziemlich gut und da er bereits seit Dezember 2024 öfter bei mir gewohnt hat als bei seinem vorherigen Frauchen, meine Schwester, hatte er sich auch schon gut eingelebt. Fakt ist aber, als wir es offiziell gemacht haben, hat sich damit für mich trotzdem etwas verändert. Ich war plötzlich nicht mehr Hundesitter für ihn. Plötzlich habe ich für ihn die Verantwortung getragen und da es mir wichtig war für Ace zeitnah eine dauerhaft sinnvolle Lösung zu finden, war ich damit ehrlich gesagt ziemlich überfordert. Dobby war grade einmal ein halbes Jahr tot und ich wollte vor Ende 2026 eigentlich erstmal keinen Hund mehr. Ich war nicht bereit mich auf etwas neues einzulassen und dann stand da Ace, schwanzwedelnd und brauchte Hilfe. Meine Schwester hat für Ace gekämpft, doch am Ende gibt es Umstände und Gründe die einen zu schwierigen Entscheidungen zwingen. Vor allem wenn der eigene Hund nicht einfach ist und das aktuelle Leben nicht mehr gut mit diesem Charakter von Hund vereinbar ist. Ich rede vor allem davon, dass Ace einfach kein Stadthund ist und nie sein wird. Meine Schwester aber mittlerweile gerne in der Stadt wohnt und im Theater arbeitet. Ich jedoch werde nie in die Stadt ziehen. Da bekommen mich keine zehn Pferde hin! Ich wusste auch, ich will wieder einen Hund. Nicht jetzt, aber irgendwann wieder. Und als ich meine Schwester so mit der Situation kämpfen gesehen habe, habe ich ihr vorgeschlagen Ace zu nehmen, denn sie hätte das niemals getan! Sie hätte ihn behalten, hätte weiter gemangt. Nicht weil Ace sicher zum Wanderpokal geworden wäre, sondern weil Ace ihr Hundekind ist. Sie liebt ihn und selbst ihn mir zu überlassen ist ihr schwer gefallen. Doch am Ende hat sie es eingesehen das Ace hier das Leben führen kann, das besser zu ihm passt. Er hat eine Aufgabe, nämlich Lokations mit mir checken gehen und meine Shootingkunden für die Bildauswahlen willkommen zu heißen. Er hat einen Alltag, in dem er “gut funktioniert”. Denn am Ende ist es vor allem Ace der unter dem Stress leidet, denn er hat wenn so überdreht.

Was ich dir damit sagen möchte ist, es ist vollkommen okay das sich Lebensumstände ändern und man sich dann von jemandem der einem viel bedeutet, verabschieden muss. Manchmal bedeutet Verantwortung zu übernehmen und jemanden wirklich zu lieben, los zu lassen. Das Leben ist ein Fluss der fließt. Wichtig ist, dass man auch bis zuletzt Verantwortung für sein Handeln und seine Tiere trägt. In Ace Fall, dass er ein gutes Heim hat, in dem er sich wohl fühlt und zur Ruhe kommt. Meine Schwester schickt ihm noch immer regelmäßig Päckchen. Kauartikel brauch ich eigentlich gar nicht mehr selbst zu kaufen, die bekommt er alle von ihr gestellt. Ich glaube spannend werden die nächsten Jahre, da sich für Ace jetzt die Verantwortlichkeit verschoben hat und wir beide da jetzt ganz viel dazu lernen dürfen. Aber ich glaube das schaffen wir drei wie immer zusammen am allerbesten.

Und was Ace Entwicklung in den letzten drei Monaten angeht? Nun was soll ich sagen. Ich bin richtig stolz auf ihn. Er hat angefangen sich an mir zu orientieren. Klar, viel Luft nach oben ist da auf alle Fälle noch, aber dass er sich so schnell auf die neuen Regeln und Anforderungen eingelassen hat ist beruhigend. Das zeigt das er offen für neues ist. Ansonsten arbeiten wir weiter an kleineren und größeren Baustellen. Er lernt neue Tricks und wir haben mit Balanceübungen angefangen, damit er ein besseres Körpergefühl bekommt. Durch den geregelten Alltag und die Kastration im Frühjahr diesen Jahres ist er auch ruhiger geworden. Dreht nicht mehr so schnell auf und durch. Im Großen und Ganzen sind wir also auf unserem eigenen Weg und ich bin super gespannt wo er uns hinführen wird.


